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Geschichte des Turnvereins Lauterbach/Hessen

1862 bis 1900:

Die Gründung des Turnvereins e.V. 1862 geschah, weil man es auch in einer Kleinstadt für erforderlich hielt, der körperlichen Ertüchtigung und zuvor nie recht beachteten Leibeserziehung der Bürger gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

 Der Turnverein weiß sich - das sagt sein Name - einem bestimmten Bereich menschlichen Lebens und Wirkens verpflichtet; aber diese Besonderheit meinte auch - ja gerade - im Jahre 1862 - in einer Zeit zunehmenden Spezialistentums - Bildung des ganzen Menschen. Das hatte das große Vorbild Friedrich Ludwig Jahn gefordert, der Gedanken der deutschen Bewegung aufgriff. Der Turnerwahlspruch "Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei", 1846 zum Symbol eines Buchstabenkreuzes erhoben, bekundet dieses Wollen, das Leib und Seele Richtung verlieh.

 Dieses idealistisch-romantische Streben war zeitweilig den Regierungen verdächtig - es gab etliche Jahre, bis 1841, die Turnsperre -; es wollte nämlich auch den Menschen der Kleinstadt aus der beruflichen, oft körperschädigenden Einseitigkeit seines Tuns herausführen zu einer gesamtmenschlichen Existenz. Und damit strebte man zugleich eine Lebenstüchtigkeit an, die - so meinte man zumindest - für die antiprovinzielle Selbstfindung der Deutschen unerläßlich sei. Dieser Auffassung zufolge mußte man der Deutschen Turnerschaft angehören, der sich "Vereinen in allen Weltgegenden" verbunden wußte. Im damals fast ausschließlich protestantischen Lauterbach entsprach also die Gründung des Vereins nationalliberalen Vorstellungen des mittleren, des gehobenen Bürgertums. Die Initatoren entstammen lange Zeit bekannter Lauterbacher Familien; es waren 58 Gründer des Vereins, ausschließlich Männer.

Turnerlied 1841  Gut Heil 24.11.1861 1778-1852 Jahn  1862 Gründung Aug. TVL 1862 Gründung TVL
Statuten 6.8.1862 Statuten 1862 1.Satzung 1862  1871 Neue Gesetze 1877 Jubiläum 15 Jahre
1879 Protokoll 1881 Protokolle Protokolle bis 1899    

 Ausschnitte aus Friedrich Ludwing Jahn's Volkstumskunde:

Demut um 1648 Teutschland 1788 Das Reich 1789 Preußen-Österreich 1792 Eherecht um 1800
Schlußrede 1810 Bürgerfähigkeit Dem Biedermanne Deutsches Grundgebiet Deutsches Urvolk
Frohmachende Weiber Geschlechtsadel Herzensreinheit Landwehr Lieb Vaterland
Staat und Volk Verdienstadel Volkstumskunde Würdenadel  

Turnen galt zunächst als eine Betätigung von erwachsenen Männern. Turnstunden für Knaben von 8-14 Jahre wurden erst ein gutes Jahrzehnt später "abgehalten"! Daß die Frauen, die Mädchen, die Kinder früheren Alters sich an diesem Bemühen grundsätzlich - wenn auch technisch in veränderter Weise - beteiligten, gehört zur Weiterentwicklung, zur Geschichte des Vereins. Hartmann Stumpf komponierte 1881 den "Lauterbacher Turnermarsch". 1882 erkor man den Hainig als Ort der Kampfspiele (Preisturnen) und der Geselligkeit aus. Der Weckruf, der Aufmarsch der Turner, der frühe Festzug an einem kühlen, Sonne versprechenden Augustsonntag, die Blasmusik, die Menschen auf der Straße und ältere Bürger an die Fenster trieb, dieser Festbeginn gehört zu den unvergeßlichen Ereignissen, gediegener Geschehnisse vor und nach den großen Kriegen; ebenso aber auch die abendlich-nächtliche Heimkehr, durch Lampions erhellt, ins städtische Tal mit der "prächtigen" Vereinsfahne von 1865, symbolträchtig aus schwerem Stoff gestaltet, voran und hinab.

Die steigende Mitgliederzahl, die Anforderungen, die die Teilnahme an oder die Durchführung von Gauturntagen am Orte selbst (1881, 1898, 1923, 1967) verlangten, die Zunahme der Disziplinen forderten dem Verein die ungeheure Anstrengung ab, die skizzierten Turnböden und -plätze zu verlassen und sich eine eigene, moderne Turnhalle zu schaffen. Die Adolf-Spieß-Turnhalle wurde im Jahre 1908 festlich eingeweiht. Adolf Spieß, im Jahre 1810 geboren, war Begründer des Schulturnens. Die Turnhalle war ganz im Geiste der Gründerväter ein Raum der Bildung. Er ermöglichte Heiterkeit und Lebensbesinnung; aber auch vielfältige Geselligkeit, wie herbstliche Familienabende, nachdem das Abturnen geschehen war, Weihnachtsfeiern und zahlreiche karnevalistische Veranstaltungen der Tu-Ma-Ba-Abteilung.

 

1900 bis 1932:

ab 1900 Protokolle 1902 Protokolle ab 1907 Protokolle Emblem Mit GOTT 1908 letzte Generalversammlung
1908 neue Turnhalle 1908 Turnhallen-Einweihung 1910 Adolf-Spieß-Feier 1910 Pachtvertrag 1910 Turndiener-Vertrag
 1912 Jubiläum  1912 Jubiläum  1912 Jubiläumsfeier  1912 Jubiläumsjahr  1912 Jubiläumsjahr
 1912 Jubiläumsjahr  1913 Protokolle  1913 Protokolle  1914 bis 1924 Sparkonto  1914 Protokolle
 1914 Turndiener Möller  1914 Zeitungsbericht  1921 Protokolle  1921 Protokolle  1926 neue Satzung
 1926 neue Satzung  1926 neue Satzung  1926 neue Satzung  1926 TVL Grundgesetz  1926 Pächter Prostmeyer
1926 Pachtvertrag   1927 Turnvereinsdiener  1928 Pachtvertrag  1929 Protokolle  1929 Protokolle
1929 Adolf-Spieß-Halle   1929 Tod Helfenbein  1906-1926 Mitgliedskarten  1929-1932 Turnerpässe  

 Viele Jahrzehnte drückte sich im Hallensaal der "Zeitgeist", vor allem durch unzählige politische Veranstaltungen, aus. Im Ersten Weltkrieg war jahrelang ein Lazarett untergebracht, 1938 sollte die Turnhalle als Getreidelager herhalten, gegen Kriegsende kamen hier Wehrmachtseinheiten unter, nach 1945 diente sie als Notaufnahmelager für die deutschen Ostflüchtlinge. Die Schäden am Bau ließen deshalb nicht allzu lange auf sich warten; sie wurden vor allem nach 1945 bemerklich. 1949 wurde die Reparatur des Daches notwendig, 1954 die Neugestaltung des Treppenhauses. Eine Renovierung von Grund auf wurde vorbereitet und kam 1987 zum Abschluß.

 Adolf-Spieß-Turnhalle

1933 bis 1945: Der Niedergang in der NS-Diktatur

1933 Anteilschein 1933 Henning 1933 Mietvertrag 1933 Protokolle 1933 Protokolle 1933 Protokolle 1933 Protokolle
1933 Protokolle 1933 Stuttgart 1933 Stuttgart 1933 Stuttgart 1934 Protokolle 1934 Protokolle 1935 Einheitssatzung
1935 LA Bericht 1935 Pachtvertrag 1935 Satzung 1935 Satzung  1935 Turnhalle  1936 Ans Werk Kameraden  1936 Hausordnung
1936 Dienstanweisung  1936 Dienstanweisung  1936 Turnvereinsdiener  1937 Ergebendst  1937 Gaufeste  1937 Protokolle  1938 Protokolle
1938 Protokolle  1938 Protokolle  1938 Protokolle  1938 Turnvereinsdiener  1939 Turnhalle  1940 Neue Satzung  1941 Generalvers.
1941 Volksbank  1942 Totaler Krieg 1942 Un-Heil Hitler 1945 Rückblick Frauen-Reichssportabz. Frauen-Reichssportabz. Frauen-Reichssportabz.
Männer-Reichssportabz. Männer-Reichssportabz. Männer-Reichssportabz. Männer-Reichssportabz.      

 

Im Jahre 1909 gelang es, erstmals eine Frauenriege innerhalb des Vereins aus der Taufe zu heben. Sie wurde von Männerturnwarten geleitet. Im Jahre 1925 fanden zehn Frauen wieder zu einem "Neuen" Anfang zusammen. Gymnastik und Geräteturnen der Frauen gipfelte schließlich 1938 im Breslau beim Deutschen Turnfest mit beachtlichem Können. Im Jahre 1947 fanden sich wieder Frauen, die der Mädchen- und Frauenturnabteilung zu neuem Leben verhalfen.

Standen das Geräteturnen, das Kunstturnen, das Schulturnen, die Gymnastik im Mittelpunkt der Vereinsarbeit, so war die Turnhalle ausreichend. In der Weiterentwicklung kamen schließlich in den dreißiger Jahren der Schwimmsport und die Leichtathletik hinzu. So lautete 1931 die Parole: "Jeder Turner ein Schwimmer!" und es entstand das städtische Freibad im Steinigsgrund. Die nationalsozialistischen Machthaber verlangten 1933 eine Arena der Leibesertüchtigung als unübersehbares Merkzeichen der "neuen" Wehrertüchtigung. So wurde schon 1933 mit dem Sportplatz oberhalb der Turnhalle die größte Rundbahn im Altkreis Lauterbach, die Aschenbahn, in Angriff genommen. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde auch der Skisport mit einer neuen Abteilung in den Verein aufgenommen.

 

1946 bis 1960: Neubeginn und Aufbaujahre

1945 Genehmigg.Militärreg. 1945 Vermögensübersicht 1947 Bestände 1947 Gründungsversammlung 1947 Mitgliederliste 1947 Satzungen
 1947 Neuanfang  1947 Neuanfang  1947 Neuanfang  1947 Neuanfang  1947 Neuanfang  1947 Neuanfang
 1948 Bilanz  1948 Bilanz  1948 Einheitswertbescheid  1948 Mietvertrag  1948 Mietvertrag  1948 Mietvertrag
 1948 Mietvertrag  1948 Turnfest Frankfurt  1948 Turnfest Frankfurt  1948 Turnfest Frankfurt  1948 Turnfest Frankfurt  1949 Bilanz
 1949 Bilanz  1950 Bilanz  1951 Bilanz  1951 Glückwünsche  1951 Hauptversammlung  1951 Jahresbericht
 1951 Satzung  1953 Pachtvertrag  1952 Protokoll  1953 Bilanz  1953 Der Hessenturner  1953 Protokoll
 1953 Urkunde  1954 Baumaßnahmen  1954 Bilanz  1954 Hainigfest  1954 Hainigfest  1954 Pachtvertrag
 1954 Pachtvertrag  1954 Schwerathletik  1954 Vereinsblatt  1955 Bilanz  1957 Hausordnung  1958 MItteilungsblatt
 1958 MItteilungsblatt  1958 Tumaba  1959 Satzung  1960 Bilanz  1952 Briefkopf beachten  1953 Briefkopf

 

Die    50er Jahre     sind hier auf einem Video mit 26 Minuten Abspielzeit verfügbar und müssen durch Anklicken heruntergeladen (gedownloadet) werden. Die Downloadzeit ist allerdings von der Schnelligkeit des Internets abhängig und kann 26 Minuten und mehr betragen. Dafür stehen dem Betrachter aber ein tiefgehender Einblick in das Turnvereinsleben der 50er Jahre zur Verfügung.

 

Blütezeit und Hochkonjunktur in den 60er, 70er und 80er Jahren.

Die 60er Jahre  begannen mit der Vorbereitung zur 100-Jahrfeier und dem Übereignungsvertrag der Adolf-Spieß-Turnhalle mit der Stadt. Der Turnverein hatte ein eigenes monatliches Mitteilungsblatt, finanziert durch Werbeanzeigen städtischer Firmen. Man spricht sich innerhalb des Vereins mit "Turnbruder" und "Turnschwester" an und mit Karl Baier und Hermann Möller wird der Verein in althergebrachter Sitte vertreten. Es bildet sich mit der Turnerjugend rund um die Person Dr.Hartmann ein Verein im Verein, der sich mit dem Vorstand anlegt und es kommt zu öffentlichen Anfeindungen. So sind die 60er Jahre einerseits mit einem weiteren Aufschwung des Turnvereins gekennzeichnet, aber auch mit Streitigkeiten innerhalb des Vereins.

100-Jahrfeier 100-Jahrfeier 100-Jahrfeier 100-Jahrfeier 100-Jahrfeier 100-Jahrfeier
100-Jahrfeier mit Möller 1962 Frühjahrsversammung  1962 Herbstversammlung  1962 Jahresbericht TuJ  1962 Übereignungsvertrag  1963 Hermann Möller
 1962 Dr.Hartmann  1963 Affäre Dr.Hartmann  1963 Affäre Dr.Hartmann  1963 Affäre Dr.Hartmann  1963 Affäre Dr.Hartmann  1963 Affäre Dr.Hartmann
1966 Verlustjahr Familienabende Familienabende Hainigfeste Hainigfeste

 

Bereits mit dem Rechnungsjahr 1971 wies der Rechner Aschenbach rote Zahlen in der Jahresabrechnung aus und beklagte die ständig wachsenden Kosten zur Unterhaltung der Adolf-Spieß-Turnhalle. 1974 war der Verein mit 400 aktiven Mitgliedern sehr aktiv und erfolgreich, mußte aber mit Spendenaufrufen versuchen, die steigenden Kosten auszugleichen. Richard Aschenbach hatte 1974 das Rechner-Amt 11 Jahre geführt und übergab es Wolfgang Polster. 1976 wurde eine 100%ige Beitragserhöhung beschlossen. Eine neue Satzung kam in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 30.Mai 1976 zustande. 1977 löste Walter Grunewald den langjährigen 1.Vorsitzenden Karl Baier ab. Karl Baier trat bereits 1924 als aktiver Sportler in den TVL, war 1938 im Vereinsführerstab und 1947 beim Wiederaufbau des TVL dabei, war 1960 2.Vorsitzender und ab 1963 1.Vorsitzender. Ein weiteres vereinsprägendes Mitglied war Hermann Möller. Er war 1912 bester Einzelturner, ab 1926 im Vorstand, 1938 Geschäftsführer und 1947 Neugründer, seit 1960 wieder im Vorstand. Karl Baier und Hermann Möller verstarben im Jahre 1980. Zum Jahreswechsel 1980 berichtete der 1.Vors. Grunewald über 784 Mitglieder, wobei 444 Mitglieder aktiv waren. Hainigfeste, Familienabende und weitere sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten verlangten viel ehrenamtliche Arbeit (unentgeltlich), die oft über das "vertretbare Maß" hinausging. Der Verein konnte mit dem neuen 1.Vors. Grunewald die große Leistungsfähigkeit und Blütezeit im Nachkriegsdeutschland erhalten und bewahren.

Im Jahre 1972 übernahm Walter Gottschling den weiblichen Turnnachwuchs. Die Schwimmabteilung des TVL wurde im Jahre 1950 durch Walter Grunewald neu aufgebaut. Junge Wasserratten im Schüleralter konnten für die Abteilung gewonnen werden und es wurde dreimal wöchentlich im Lauterbacher Freibad trainiert. Gleichzeitig besuchte man Wettkämpfe in Schlitz und Fulda und trug in Lauterbach Kreismeisterschaften aus. Durch Renovierungsarbeiten des Freibades im Steinigsgrund von 1964-1968 kam die Arbeit gänzlich zum Erliegen und mußte wieder neu aufgebaut werden. Die Hallenbäder in Alsfeld, Schlitz und ab 1975 in Lauterbach eröffneten optimale Trainingsmöglichkeiten ganzjährig.

Die Handballabteilung beim TV Lauterbach wurde 1926 aus der Taufe gehoben. Gespielt wurde anfangs nur auf dem Großfeld gegen Mannschaften aus Alsfeld, Bad Salzschlirf und Hainzell. Die Fahrten zu den Auswärtsspielen wurden nicht selten auf offenen LKW's, den sogenannten Holzvergasern, bestritten und immer begleitet von einem großen Anhang. Im Herbst 1945 erwachte der Handball in Lauterbach wieder zu neuem Leben. Die Lauterbacher Handballer befanden sich damals in der Obhut des VfL und wechselten 1947 zum TV Lauterbach. Die Handballdamen wechselten 1949 vom VfL zum TV Lauterbach. Es ging auf und ab mit den Handballerfolgen. 1981 wurde die große Halle an der Wascherde eingeweiht, nachdem man vorher immer in der Eichberghalle gespielt hatte. 1984 bis 1985 waren es insgesamt 11 Handball-Mannschaften, die beim TVL spielten. So kam es schließlich 1986 und 1987 zur Meisterschaft.

Mitglieder der Sportabzeichenabteilung spielten Mitte der 60er Jahre in den Wintermonaten Volleyball in der Adolf-Spieß-Turnhalle. Das Interesse wuchs und man verspürte Lust, sich mit anderen Mannschaften zu messen. Allmählich entstanden in der Umgebung noch ein paar Mannschaften, und man konnte erstmals eine Hin- und Rückrunde ausspielen. Einige Jahre spielten die Lauterbacher damals schon regulär in der Kreisklasse mit und wurde auch mehrfach Bezirksmeister. Nur zum Aufstieg in die Hessenliga reichte es nie. Mit den Jahren bildete sich auch eine Frauenmannschaft, die 1981 ihren größten Erfolg als Hessenpokalsieger für Bezirksklasse- und Verbandsligamannschaften. In der Volleyballabteilung wurde von jeher auch großer Wert auf Geselligkeit und Pflege der Freundschaft gelegt.

1971 Protokoll Hauptvers. 1973 Protokoll Hauptvers. 1974 Geschäftsführeraufgaben 1975 Lizenz W. Gottschling
1976 Bilanz und Protokolle 1976 Neue Satzung 1979 Urgestein Hermann Möller Möller und Baier, zwei Urgesteine

 

Die 80er Jahre sind geprägt von Umbaumaßnahmen der Adolf-Spieß-Turnhalle und einer erneuten Vereinbarung mit der Stadt, wonach das bestehende Nießbrauchsrecht mit dem notariellen Vertrag vom 5.3.1962 erhalten bleiben soll. Der Turnverein hatte sich inzwischen mit den Unterhaltungskosten der Adolf-Spieß-Turnhalle zu 50 Tsd. DM verschuldet. Der Verein war aber immer noch in seiner Hochphase mit steigender Mitgliederzahl und dank unermüdlicher Helfer und Übungsleiter auch sportlich sehr erfolgreich. Heinrich Listmann in der Leichtathletikabteilung und Walter Gottschling als Turnwart hatten in dieser Zeit ihre besonderen Verdienste und Erfolge. Walter Grunewald als 1.Vorsitzener führte von 1977 bis 1994 den Verein.

Am 9.11.1983 bildeten sich die "Mittwochsturnerinnen", die sich für Berufstätige und Mütter zuständig fühlten. Auch "Montagsturnerinnen" bildeten sich in einer Gruppe mit dem Ziel, einmal in der Woche intensiv für ihren Körper etwas tun zu wollen. Das Programm reicht von langsamer Aufwärmgymnastik über konzentrierte Übungen zur Dehnung und Stärkung aller Muskelbereiche bis hin zu abschließenden cool-down-Übungen.

Die Männerwelt entwickelte sich offenbar mehr zu anderen Sportarten und zu Sportarten im Freien, wie die Leichtathletik. Im Jahre 1882 wurde das Hainigfest geboren mit den Wettkämpfen auf unserem Hausberg. Die Leichtathletik nach dem letzten Krieg mußte wieder neu aufgebaut werden, wozu in erster Linie der Name Werner Pontow genannt werden muß. Vor Erbauung des Sportplatzes an der Adolf-Spieß-Turnhalle trainierten unsere Leichtathleten auf dem Schützenplatz vor den Toren Lauterbachs. Ab 1935 konnte dann der Sportplatz mit Aschenbahn genutzt werden. 1960 wurde die Anlage gründlich überholt, aber 1983 beim Hessentag durch Witterungsunbill total zerstört und danach nur mäßig wieder repariert. 1980 bis 1983 war die Leichtathletik-Abteilung ohne Führung bis schließlich 1983 Heinrich Listmann einstieg und aufbauen mußte. Heinrich Listmann gelang es mit viel Idealismus zum Erfolg zu kommen. Der TVL konnte mit der zahlenmäßigen Absolvierung der Sportabzeichen mit an der Spitze in Hessen stehen und ist zur Belobigung vom Landessportbund Hessen für hervorragende Arbeit mit Geldprämien belohnt worden. Nicht vergessen dürfen wir natürlich die unverzichtbaren "Kampfrichter", ohne die die Durchführung der Veranstaltungen kaum möglich wäre.

Die Abteilung Badminton wurde 1983 von Peter Bruckmeier gegründet und als eigenständige Abteilung in den Turnverein eingegliedert. Während erste Aktivitäten ganz im Zeichen des Breitensportes standen, bildeten sich schnell eine Handvoll Spieler, die diesen Sport wettkampfmäßig betreiben wollten. 1985/86 gab es bereits zwei Senioren-Mannschaften und 1986/87 erstmals Erfolge mit einem Platz im Mittelfeld. Da sich Abgänge und Neuzugänge die Waage halten, scheint der Badminton-Sport auch für die Zukunft gesichert.

"Der TUMABA, der TUMABA, das ist das schönste Fest im Jahr ...", so heißt es seit 1947 immer wieder jedes Jahr in der Kampagne. Pünktlich zum 11.11. um 20,11 Uhr beginnt die "tolle" Zeit und hat sein Ende am "Aschermittwoch". Der "Onkel Karl" (Karl Stiehler) war eine herausragende Persönlichkeit, die den TUMABA prägte.

1981 Protokolle Mitgl.Vers. 1982 Mietvertrag mit VBK 1985 Bilanz und Protokoll 1985 Kulturdenkmal 1985 Vertrag mit der Stadt
1986 Affäre Beermann 1986 Affäre Beermann 1986 Vertrag mit der Stadt 1987 125jähriges Jubiläum 1988 Bilanz und Protokoll
1989 Bilanz und Protokoll
1990 Bilanz und Protokoll 1990 Beiratssitzungen    

 

In den 90er Jahren

... setzen sich die Ermüdungserscheinungen des Vereins fort, die in den 80er Jahren begonnen haben, und die routinemäßigen Arbeiten sind nur noch schwer mit dem freiwilligen Personal fortzuführen, d.h. die langjährigen ehrenamtlichen Helfer und Idealisten des Vereins lassen sich nicht mehr erneuern. So gibt der Vorstand zum Weihnachtsschreiben 1993 zu bedenken: "Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Rückblückend aus der Sicht des Vereins muß dabei festgestellt werden, daß die Zeiten schwieriger geworden sind. Auch die Zukunftsaussichten können keine bessere Hoffnung machen, insbesondere was die finanzielle Seite betrifft. Die Vereinsarbeit wird deshalb sicher nicht einfacher werden.

1998/1999 hat die sich abzeichnende Existenzkrise den Verein voll erfaßt und die finanzielle Situation ist katastrophal, d.h. nur noch mit Hilfe der Stadt in den Griff zu bekommen. Bei der Jahresversammlung am 23.06.1999 erklären sich Peter Vogelbacher und Gerhard Beetz bereit, in den krisengeschüttelten Turnverein im Vorstand aktiv mitzuarbeiten. So muß der neugewählte Schatzmeister sich erst einmal orientieren und Bestandsaufnahme machen. Dabei treten Altschulden zutage, die erst im Laufe des Jahres sichtbar werden. In der Bilanz 1999 wird ein Schuldenstand von 64 Tsd. DM ausgewiesen, wobei von der Stadt eine Ausfallbürgschaft mit 65 Tsd. DM gewährt wurde. Zum 31.12.1999 bestand gegen den Pächter Naumann gleichzeitig eine Forderung von 20 Tsd. DM und der Pächter Naumann war nicht mehr gewillt, die Pacht und schon gar nicht die Forderung zu bezahlen. 

1991 Beiratssitzungen 1992 Beiratssitzungen 1993 Beiratssitzungen 1994 Beiratssitzungen 1995 Beiratssitzungen
1996 Beiratssitzungen 1997 Beiratssitzungen 1998 Beiratssitzungen 1991 Bilanz und Protokoll 1992 Bilanz und Protokoll
1993 Protokoll 1994 Protokoll 1995 Bilanz und Protokoll 1996 Bilanz und Protokoll 1997 Bilanz und Protokoll
1998 Bilanz und Protokoll 1999 Bilanz und Protokoll 2000 Bilanz und Protokoll Kontostände Kontokorrentkredit
Jahresbericht 1995 Vorstand und Beirat seit 1974 Hallensituation 1996 Hallensituation 1998 Hallensituation 2000
Naumann 2000 Vorstandsbericht 2000  Brauereivertrag 1998  Käthe Dietrich  

 

Die    Kräppelabende mit Käthe     sind hier auf einem Video mit 9 Minuten Abspielzeit verfügbar und müssen durch Anklicken heruntergeladen werden. Die Downloadzeit kann allerdings je nach Schnelligkeit des Internets auch ca. 10 Minuten betragen.  Es lohnt sich aber, wenn man einen anschaulichen Einblick in das bewegte "Frauenleben" im Turnverein mit Käthe bekommen will.

 

ab dem Jahr 2000

... übernimmt Dr.Köhler-Hälbig die Funktion des 1.Vorsitzenden und mit dem 1.Geschäftsführer Peter Vogelbacher und dem 1.Schatzmeister Gerhard Beetz geht es in die Verhandlungen mit der Stadt, um eine Sanierung des Vereins in die Wege zu leiten. Mit der Einstellung des Hausmeisters Dieter Otterbein zu 25 Wochenstunden und der Übernahme der Stadt dieser Lohnkosten zu 100%, sowie der Übernahme von 1/3. der Unterhaltungskosten von Halle und Platz kann die Sanierung des Vereins recht schnell gelingen. Durch Beitragserhöhung ab 1.1.2001 (100 DM Erw., 150 DM Ehep., 75 DM Kinder) und Sparmaßnahmen hat der Verein Ende 2004 wieder ein Eigenkapital von knapp 6 Tsd. Euro, jedoch es kommt erneut zu einer Krise, nämlich der HSG-Krise, die den Verein mit ca. 30 Tsd. Euro belasten wird und der Verein von seinen Mitgliedern ein Privatdarlehn von 21 Tsd. Euro nimmt. In der Versammlung am 6.6.2008 wird aufgrund der HSG-Krise eine Beitragserhöhung ab 2009 (60 € Erw., 85 € Ehep., 40 € Kinder) beschlossen. So kommt es Ende des ersten Jahrzehnts im 21.Jhtd. wieder zum finanziellen Engpaß und in dieser Situation kündigt die Stadt Lauterbach den Nutzungsvertrag vom 20.06.1986  zum 31.12.2009. Die Krise ist wieder voll da und es muß gehandelt werden. Schließlich kommt es zu einer Notlösung mit der Stadt durch einen neuen Vertrag, wo die Stadt sich durch eine Pauschale von 30 Tsd. Euro im Jahr weiteren Kosten entledigen will. Ab dem Jahr 2010 stellt sich heraus, daß die 30 Tsd. Euro von der Stadt zuwenig sind und die Hallenkosten enorm ansteigen und bis zu Zweidrittel der Beitragseinnahmen betragen. Es bleibt also für die eigentliche Arbeit der sportlichen Aufgaben wenig Geld und wenig Zeit übrig, da die Hallenbelastung unverhältnismäßig hoch ist. Ausgerechnet in dieser Situation sieht sich die Stadt durch Sparzwänge plötzlich nicht mehr bereit, dem Verein weiterhin die 30 Tsd. Euro Zuschuß für die Unterhaltung der Turnhalle zur Verfügung zu stellen und kündigt erneut den Vertrag zum 31.Dez. 2014. Nun bleibt dem TVL mit einer AO-Versammlung vom 31.10.2014 nichts anderes mehr übrig, als die Aufgabe des Nießbrauchsrechts zu beschließen, was zum 28.Feb.2015 vollzogen wird.

2001 Schätzurkunde 2001 Bilanz und Protokolle 2002 Bilanz und Protokolle 2002 Verhandlungen 2003 Bilanz und Protokolle
2004 Bilanz und Protokolle  2005 Bilanz und Protokolle  2005 Bilanzerläuterung  2006 Bilanz und Protokolle  2007 Bilanz und Protokolle
2007 Darlehnsverträge  2008 Bilanz und Protokolle  2009 Bilanz und Protokolle  2009 Kündigung Stadt  2010 Appell
2010 Bilanz und Protokolle  2010 Kündigung Stadt  2010 Kündigung Stadt  2010 Kündigung Schatzm.  2010 Nutzungsvereinbarung
2010 Übergabevertrag  2011 Bilanz und Protokolle  2012 Bilanz und Protokolle  2013 Bilanz und Protokolle  2014 Kündigung der Stadt
2014 Bilanz und Protokolle  2014 HallenabrchgsÜbersicht  2014 Protokoll AO Versammlg.  2015 Die Abschiedsparty  2015 Die Rückgabe
2015 GWV-Schlußrechnung  2015 Stadtwerke-Schlußrechnung  2015 The End-Feier  HSG-Krise mit Folgen  Protokoll 2015

Am 28.Feb.2015 endet die Geschichte mit der Adolf-Spieß-Turnhalle durch die Rückgabe des Nießbrauchsrechts an die Stadt. Für den TVL beginnt ab dem 28.Feb.2015 eine neue Ära in seiner Geschichte ohne die legendäre Adolf-Spieß-Turnhalle, die nun vollständig von der Stadt (in den kommenden 30 Jahren) verwaltet wird. Kostenlose Trainingsmöglichkeiten wurden ohnehin schon vorher mit kreiseigenen Hallen zur Verfügung gestellt

Endgültiger Abschluß/Abschied von der Adolf-Spieß-Turnhalle für die kommenden 30 Jahre mit:.  Notariellem Vertrag vom 23.06.2016